Resümee


Auch als süchtiger Raucher können Sie das Rauchen aufzugeben - es ist lediglich schwer bis unmöglich Nichtraucher zu bleiben. Und/oder keine Ausweichsucht zu etablieren...

Oder anders ausgedrückt:

Sollten Sie tatsächlich ein Raucher vom Suchttyp sein, sind Sie ein süchtiger MENSCH. Und das Rauchen ist lediglich ein Symptom.

 

Hilfe

Wenn Sie bereits in diesem Projekt gestöbert haben, wird Sie folgendes Resümee nicht mehr überraschen: Ich glaube, dass es bei der Frage des Ausstiegs grundsätzlich um zwei ganz verschiedene Qualitäten geht.
Im ersten Fall (Raucher Typ I) gelten alle allgemein bekannten Tipps - keiner ist da besser oder schlechter. Ich werde dieserart Ratschläge nicht wiederholen, zumal das Internet übervoll davon ist. Geben sie doch mal das Wort NICHTRAUCHER bei Google ein und Sie werden sehen, was ich meine. Und letztlich glaube ich auch, dass es nicht besonders schwer ist, mit dem Rauchen aufzuhören. Wie sagte schon Mark Twain: "Es ist ganz leicht, sich das Rauchen abzugewöhnen; ich habe es schon hundert Mal geschafft." (siehe Resümee rechts). Spätestens wenn Sie aufgehört haben, werden sie feststellen, zu welcher Gruppe sie gehören.
Und sollten Sie zu Typ II (süchtiger Raucher) gehören, werden Sie wahrscheinlich früher oder später rückfällig. Oder/und Sie werden ziemlich sicher eine oder mehrere Ausweichsüchte entwickeln. Sie fangen an zu essen und werden dick oder Sie trinken zu viel - oder was auch immer. (Übrigens: Die Frage eines Rückfalls beantwortet sich nicht in wenigen Wochen oder Monaten, rechnen Sie eher in Jahren) Oder anders ausgedrückt: Sollten Sie tatsächlich ein süchtiger Raucher sein, sind Sie ein süchtiger MENSCH. Und das Rauchen ist lediglich ein Symptom.

Das wollen Sie sicher nicht hören. Keiner will das. Ich wollte das auch nicht. Jeder ist froh, wenn ein Problem ein Problemchen ist und kein Drama. Und niemand will gleich sein ganzes Leben ändern, wenn er doch nur ein Laster loswerden will. Ich verstehe das sehr gut. Auch ich wollte nur mit dem Rauchen aufhören, doch das war tatsächlich nur der Anfang. Mittlerweile weiß ich, dass ich generell zu einer süchtigen Verhaltensweise neige. Doch irgendwann war ich es leid, nur ein Symptom zu bekämpfen, um dann entnervt festzustellen, dass es im anderen Gewand erneut zutage tritt. Als ich mein Kettenrauchen aufgab, nahm ich 12 kg zu. Als ich dieses Problem mit exzessivem Sport und Jogging "bekämpfte", landete ich schließlich mit Untergewicht und einem handfesten Burnout-Syndrom im Krankenhaus.
Ich will Ihnen meine weitere Leidensgeschichte ersparen, doch eines weiß ich seither ganz genau: Wenn Sie Ihr Problem wirklich loswerden wollen, werden Sie sich früher oder später Ihren wahren Gefühle stellen müssen. Doch die gute Nachricht ist: Hierfür gibt es wirklich jede Menge gute Hilfe. Nur diese Hilfe hat dann nichts mehr mit den platten Tipps zum Thema Nichtrauchen zu tun. Doch wie schon gesagt, wenn Sie wirklich den Mut haben, sich auf dieses Abenteuer einzulassen, kann in Ihrem Leben sehr viel mehr passieren, als nur mit dem Rauchen aufzuhören. Ich glaube, dass man mit süchtigen Verhaltensweisen innere Gefühle überdeckt. Und ich glaube, dass wirkliche Kreativität authentische Gefühle braucht. Die Formel lautet also:

Mit Suchtverhalten keine authentischen Gefühle und ohne authentische Gefühle keine Kreativität. Oder positiv ausgedrückt: Wenn Sie wieder an Ihre wahren Gefühle herankommen, entsteht eine große kreative Kraft. Das ist fast unvermeidbar.

Und diese neue Kraft kann tatsächlich Ihr ganzes Leben verändern. Womöglich werden Sie ein professioneller Künstler oder Sie werden in Ihrer jetzigen Arbeit kreativer, oder in Ihrem Hobby - auf jeden Fall machen Sie nicht weiter wie bisher. Auf jeden Fall sind beste Werkeuge auf dem Weg in dieses neue Abenteuer: 

  • LESEN
  • SCHREIBEN
  • REDEN

Lesen...
Sie Bücher zum Thema. Zum Beispiel: "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron.

Schreiben...
Sie Tagebuch. Täglich, am besten morgens. Das ist überaus wichtig. Denn das Schreiben wird Ihnen wie eine Meditation, ein Tor zu Ihren wirklichen inneren Gedanken und schließlich Ihren wahren Gefühlen und Bedürfnissen öffnen.

Reden...
Sie mit Freunden und Familienmitgliedern. Aber noch besser: Teilen Sie Ihre Erfahrung mit anderen, fremden Menschen! Das funktioniert natürlich nicht einfach so - sondern nur in einem psychologisch besonders geschützten Rahmen. Es ist eine unglaubliche Erfahrung, festzustellen, dass wir alle unser Problem verstecken, weil wir glauben, nur wir allein hätten dieses Problem. Doch erst, wenn wir unsere Maske fallen lassen und aus unserer Deckung kommen, werden wir feststellen, dass wir nicht allein sind. In jeder Stadt gibt es anonyme Selbsthilfegruppen zum Thema Sucht. Sowohl auf das Thema Rauchen, Trinken und Essen bezogen, aber auch - und das empfehle ich - zum Thema Emotion generell. Sicher werden Sie fündig, wenn Sie diesem Tipp nachgehen.